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Materialien für latexfreie Kondome
Eine kurze Übersicht über aktuell verwendete Latex-Alternativen


Polyurethan - geruchlos, transparent, sicher und bewährt

Um genau zu sein, gibt es "das" Polyurethan gar nicht - vielmehr handelt es sich bei den Polyurethanen (Mehrzahl!) um mit einander verwandte, aber durchaus veschiedene vielseitige Kunststoffe, die natürlich nicht nur als Kondome, sondern auch in vielen anderen Bereichen verwendet werden. Das Haupteinsatzgebiet von Polyurethanen ist die Verwendung als Schaumpolsterung, also z.B. für Polstermöbel, Matratzen, Schwämme, warme Kleidung, Teppiche und als Bauschaum zur Wärmedämmung sowie Verpackungsmaterial.

In den Bereich "Verpackungsmaterial" fällt dann wohl "unser" Polyurethan. Wer es ganz genau wissen möchte, findet die ganze chemische Zusammensetzung und viele weiterführende Informationen natürlich ausführlich in der Wikipedia. Für die Verwendung als Kondom spricht vor allem die Reißfestigkeit und Undurchlässigkeit gegenüber Viren, Bakterien und natürlich Sperma, die Geruchlosigkeit und die physiologische Unbedenklichkeit des Materials sowie die Tatsache, dass dies alles schon mit einer Materialstärke von 0,02 mm erreichbar ist, wodurch die besonders dünnen Polyurethankondome auch als sehr gefühlsecht gelten.



Synthetisches Polyisopren - künstliches Latex ohne Allergene

Polyisopren ist - genau wie das von den Taucheranzügen u.ä, bekannte Neopren (das für Kondome aber zu dick und unflexibel wäre) - ein synthetisches Gummi, das sich in den Eigenschaften nicht vom Natur-Latex unterscheidet. Es fehlen nur die im Natur-Latex enthaltenen Eiweißstoffe, die als Auslöser der Latexallergie gelten. Polyisopren ist auch unter dem Markennamen "Sensoprène" bekannt.

Im medizinischen Bereich ist dieses Material schon seit einiger Zeit im Einsatz, zum Beispiel als Latex-Ersatz in Operationshandschuhen, denn auch hier stellte sich das Problem der Latexallergie bei Patienten wie auch Ärzten schon seit längerem. Der Einsatz als Kondom-Material ist relativ neu; allerdings können wir langfristig sicher mit einer hohen Akzeptanz dieses Materials rechnen.



Nitrilkautschuk - synthetischer Kautschuk

Als Material für Untersuchunghandschuhe in der Medizin schon seit einiger Zeit bekannt, sticht bei diesem Material besonders die gute chemische Beständigkeit hervor. Der Einsatz als Kondom-Material ist relativ neu und bisher auch nur vom Femidom (FC2) bekannt.

Kondome aus diesem Material: Femidom (FC2, neu) |


Kunstharzderivat AT-10 - nicht sehr elastisch, aber günstig

Bei AT-10 handelt es sich um eine synthetisch hergestellte, ca. 15 Mikrometer dünne transparente Kunstharzfolie. Das Material ist im Gegensatz zu Latex kaum dehnbar, kann sich aber (ähnlich wie Frischhaltefolie) gut an jede Penisgröße anpassen, ohne zu verrutschen.

Größter Vorteil von Kondomen aus diesem Material ist jedoch der unschlagbar günstige Preis.



Naturdarm - gut zur Verhütung, ungeeignet gegen Krankheitserreger

Spezialbehandelter Naturdarm ist schon viel länger im Einsatz als "Verhütungswaffe" als Latex oder Kunststoffe. Das heute noch für die Kondomherstellung verwendete Material stammt aus Darmmembranen neuseeländischer Lämmer und wird in einem aufwändigen Veredelungs- und Aufbereitungsprozess kondomtauglich gemacht.

Zur Abwehr sexuell übertragbarer Krankheiten sind Kondome aus Naturdarm allerdings nicht geeignet - die natürliche Mikroporösität des Materials bietet keine ausreichende Barriere gegen Bakterien bzw. Viren; Spermien allerdings werden zuverlässig blockiert, so dass dieses Material konsequenterweise auc nur "für monogame Paare zur Empfängnisverhütung" empfohlen wird.

Kondome aus diesem Material: Naturalamb


Erstellt von Apothekerin Stefanie Zenker. - Zum Kontaktformular